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31.03.2016

Gartenregion Hannover: IntraRegionale 2016

Gartenregion Hannover: IntraRegionale 2016

10 Landart-Knstlerinnen und Knstler verwandeln die Region Hannover in einen Naturerlebnisraum
Hannover / Barsinghausen / Burgwedel / Langenhagen / Neustadt / Ronnenberg / Springe / Wedemark / Wunstorf. Knstlerinnen und Knstler aus dem In- und Ausland haben sich fr die Teilnahme an der IntraRegionale 2016 beworben. Zehn von ihnen sind jetzt von einer hochkartigen Jury ausgewhlt worden, ihre Landart-Entwrfe ab Mai dieses Jahres an zehn verschiedenen Orten in der Region Hannover zu realisieren.
Vom 12. Juni bis zum 30. September werden diese temporren Installationen dann im Rahmen der IntraRegionale 2016 der ffentlichkeit prsentiert. Die Sommermonate ber zeigen wir aktuelle, hochkartige Positionen der internationalen Landschaftskunst, deren Strahlkraft weit ber die Region Hannover hinaus gehen wird, verspricht Projektleiter Frank Nordiek vom Atelier LandArt. Das Kunstprojekt, das gemeinschaftlich von zehn Kunstvereinen ausgerichtet wird, ist eingebunden in das Programm 2016 der Gartenregion Hannover.

Die groe Zahl der eingereichten Projekte fr die IntraRegionale 2016 umfasste eine eindrucksvolle Vielfalt knstlerischer Konzepte und Herangehensweisen, was die Auswahl fr die Jury zu keiner leichten Aufgabe machte. Eine besondere Herausforderung war es, fr zehn sehr verschiedene Standorte in und um Hannover das jeweils passende Projekt auszuwhlen. Dabei lie sich die Jury von jenen Projektvorschlgen berzeugen, die das Potenzial haben, die Wahrnehmung des landschaftlichen Kontextes in den sie eingefgt werden, zu verndern und zu erweitern. Die ausgewhlten Werke lsen Irritationen aus, stellen neue Zusammenhnge her, deuten Vorhandenes neu oder verndern den Blickwinkel. Es sind Sehhilfen; keine rosa Brillen!, betont Jurymitglied Bettina von Dziembowski, Leiterin des Kunstvereins und der Stiftung Springhornhof in Neuenkirchen. Gemeinsam mit Frau von Dziembowski haben die Jurorinnen und Juroren Sonja Beuning (Region Hannover), Wolfgang Buntrock (Atelier LandArt, Hannover), Viktoria Krger (Kunstverein Burgwedel/Isernhagen artclub), Ursula Schndeling (Kunstverein Langenhagen) und Ralf Harms (KulturGut Poggenhagen) folgende zehn Knstlerinnen und Knstler aus Deutschland, sterreich, Schweden und Spanien fr die IntraRegionale 2016 ausgewhlt:

Matthias Lehmann aus Meien (*1975 in Karl-Marx-Stadt/Sachsen) studierte nach seiner Ausbildung zum Steinmetz Bildhauerei und andere knstlerische Medien an der HfBK in Dresden bei Monika Brandmeier und Lutz Dammbeck. Seit 2006 ist er als freischaffender Knstler ttig und hat sich mit verschiedenen Kunstprojekten im ffentlichen Raum, Skulpturen und Installationen einen Namen gemacht. Fr sein knstlerisches Schaffen erhielt er bereits zahlreiche Auszeichnungen, Preise und Frderstipendien. Fr die IntraRegionale 2016 verwandelt Matthias Lehmann das Areal der zuknftigen Wasserstadt Hannover-Limmer (ehemals Continental Reifen- und Gummiwerke) in eine begehbare Sonnenuhr. 12 Uhr mittags heit die Installation, deren Mittelpunkt der auf dem Gelnde stehende, 51 Meter hohe Wasserturm ist. Um ihn herum sind in einem Halbkreis Ziffern aus Beton angeordnet. Von 9.00 Uhr vormittags bis 4.00 Uhr nachmittags lsst sich so bei schnem Wetter die jeweilige Tageszeit- und Uhrzeit ablesen. Der Titel 12 Uhr mittags bezieht sich auf den gleichnamigen Westernklassiker und soll gleichzeitig auf die karge, prrieartige Sandwste um den Wasserturm herum verweisen.

Greger Sthlgren aus Alingss in Sweden (*1966 in Schweden) absolvierte Anfang der 90er-Jahre die Domen Art School in Gteburg. Seitdem sind seine Werke in zahlreichen Ausstellungen Skandinaviens und Deutschlands zu sehen. Sowohl in seinen fotografischen Arbeiten als auch in seinen ortsspezifischen Installationen spielt immer die direkte Erfahrung mit der Natur eine groe Rolle. Auf einer Anhhe des Benther Berges mit Blick in das Calenberger Land wird Sthlgren auf dem Waldboden vier groe Trichter installieren, die sich von den Baumwurzeln ausgehend bis zum nahe gelegenen Wander- und Radweg ausbreiten. Die mit Echo betitelten Trichter erinnern ihrer Form nach an Trompeten und erwecken den Eindruck, als wrde die Natur zum Menschen sprechen. Das Werk tritt in einen stillen Dialog mit dem Betrachter und lsst Raum fr eigene Gedanken und Interpretationen.Uddannet fra Domen Kunstskole i Gteborg, Sverige.

Anja Sonnenburg aus Berlin (*1966 in Berlin) schloss ihr Bildhauereistudium an der HfBK Dresden im Jahre 2004 als Meisterschlerin bei Prof. Inge Mahn ab. Kurz darauf grndete sie die Knstlergruppe msk7, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Blick auf den ffentlichen Raum zu lenken und die ffentliche Wahrnehmung historischer und gegenwrtiger Zusammenhnge zu schrfen. Seit 2004 hat die Gruppe msk7 zahlreiche, zeitglich begrenzte Kunst am Bau-Wettbewerbe gewonnen und entsprechende Projekte realisiert. Im weitlufigen Park des Hermannshofes in Vlksen wird Sonnenburgs Warmfront zu sehen sein. Dabei handelt es sich um eine begehbare Wetterkarte, die sich ber eine Flche von 50 x 30 Meter erstreckt und die Witterung vom 5. Juli 2015, dem bislang heiesten Tag in Deutschland, darstellt. Anja Sonnenburg mchte mit ihrem Werk auf die globale Klimaerwrmung und den durch den Menschen beeinflussten Temperaturanstieg aufmerksam machen.

Susken Rosenthal lebt in Berlin und Baitz/Brandenburg (*1956 in Stuttgart) und begann in den 70er-Jahren ihr Studium der Malerei in Florenz. 1986 beendete sie es als Meisterschlerin an der UdK Berlin. Seitdem ist sie mit zahlreichen Stipendien und Preisen ausgezeichnet worden, u.a. 1987 mit dem Post Graduate Stipendium am California Institute of Arts in Los Angeles und 2013 mit dem Kamiyama Artist Residency in Shikoku/Japan. In den letzten Jahren hat Rosenthal vermehrt groformatige Arbeiten im ffentlichen Raum realisiert und sich neben ihrer knstlerischen Arbeit als Kuratorin und Leiterin der brandenburgischen Knstlerinitiative Kunstpflug e.V. einen Namen gemacht. Die Arbeit Bodenprobe von Susken Rosenthal spielt mit der Grundidee der geologischen Erforschung eines bestimmten Areals, welches Aufschluss darber gibt, was unter der Oberflche verborgen ist. Am Rande des Deisters, auf dem ehemaligen Zechengelnde in Barsinghausen, wird zur IntraRegionale ein 150 Zentimeter hoher, achteckiger Kegel zu sehen sein, der neben einer trichterfrmigen Bodenvertiefung mit dem gleichem Ausma liegt. Anscheinend wurde die groformatige Kegelform vor Ort exakt aus dem Boden herausgestochen. Dabei ist die mit Gras bewachsene Oberseite des Kegels mit dem Pflanzenwuchs der Umgebung identisch. Die formale Knstlichkeit der Bohrsituation mutet surreal an und verweist auf die 100 Jahre alte Bergbaugeschichte des Zechenparks.

Hartmut Stockter lebt und arbeitet in Kopenhagen/Dnemark (*1973 in Wilhelmshaven). Von 1998 bis 2002 studierte er an der Hochschule fr visuelle Knste in Braunschweig bei Thomas Hubert, Norbert Schwontkowski und Raimund Kummer. Schon in seiner Braunschweiger Meisterschlerarbeit zeigte sich Stockters spezifischer Blick auf das Weltgefge sensibel, humorvoll und forschend. Seither begibt sich Stockter auf Expeditionen, rekonstruiert die Natur, beobachtet und verndert den Blick des Betrachters auf die Welt. Um Natur und Beobachtung geht es auch bei Hartmut Stockters Arbeit Unterseeische Einwanderungsbehrde. Auf der Brcke zur Badeinsel in Steinhude, dort, wo das Wasser flach und der Boden schlammig ist, wird Stockter einen 100 x We see this in his sketchbooks as well as in the constructions and apparatuses he creates, which contain such insistent poetry, romantic desire, and awkward humour.60 x 70 Zentimeter groen Kasten anbringen, der innen bemalt ist. Der auf der Brcke stehende Betrachter kann den Kasten nur durch ein Periskop einsehen, das am Gelnder befestigt ist. Durch das Periskop soll der Eindruck entstehen, man blicke in einen mblierten Raum mit Fuboden, Einrichtung und Landkarten an den Wnden. Im Boden befinden sich verschieden groe Lcher, neben denen ein Schild mit der Nennung einer Fischart angebracht ist. Die Idee zur Unterseeischen Einwanderungsbehrde kam Stockter whrend der Lektre verschiedener Artikel ber die Fischbestnde im Steinhuder Meer.

Matthias Wrfel lebt und arbeitet heute als Architekt und Knstler in Neumarkt am Wallersee/Salzburg und Altach (*1975 in Salzburg). Seine Landart-Objekte und Bilder enstehen aus dem Beobachten und der Wahrnehmung eines Naturortes. Wrfel fhlt sich in den Schauplatz hinein und verwendet ortstypische Elemente als Vorlage fr seine Werke. An einem Weg entlang einer ehemaligen Torfabbauflche in Neustadt erstreckt sich Wrfels Installation Expositio Die Matrix des Ortes auf einem Areal von 10 x 4 Metern. Die tief-schwarzen Holzoberflchen und die geometrische Anordnung der Komposition aus Linien und Flchen verweisen auf die einstige Nutzung des Ortes. Whrend die unmittelbare Ausstellungsflche inzwischen Naturschutzgebiet ist, kann in der Ferne noch der aktive Torfabbau beobachtet werden. Die vertikalen, krperhaften Elemente der Installation Expositio Die Matrix des Ortes weisen oberseitig die Moorvegetation der exakt darunterliegenden Bereiche auf, die sich am Boden als Negativ-Formen abzeichnen. So entsteht beim Betrachter der Eindruck, als wrde sich die Skulptur aus dem Erdreich erheben und Teile der Landschaft in den Himmel exponieren. Matthias Wrfels Installation hebt die Geschichte des Ortes hervor und ldt dazu ein, seine landschaftliche Identitt zu hinterfragen.

Christel Fetzer aus Berlin (*1967 in Giengen/Brenz) absolvierte von 1992 bis 2001 ihr Studium an der Kunstakademie Mnster bei Jochen Zellmann, Reiner Ruthenbeck und Katharina Fritsch. Ihre Installationen, Zeichnungen, Sound- und Videoarbeiten sind bereits auf zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland zu sehen gewesen. Mit Christel Fetzer prsentiert auf der IntraRegaionale 2016 eine Knstlerin ihr Werk, welches dem Betrachter in Form- und Farbsprache selbstbewusst gegenbertritt und sich ber das gesamte Spannungsfeld vom Bild ber das Objekthafte bis hin zur raumgreifenden Installation erstreckt. Sunsettin heit die Installation, die ab Juni auf einer Wiese direkt am Ufer des Flusses Leine zu sehen sein wird. Der als Leinemarsch bezeichnete Ort gehrt zum Landschaftsschutzgebiet Mittlere Leine und liegt in der Nhe des Gutes Poggenhagen in Neustadt am Rbenberge, das 1715 als Rittergut von der Adelsfamilie von Campen erbaut worden ist. Christel Fetzers sunsettin ist nicht nur eine ortsbezogene Arbeit, sie inszeniert auch den Ort als das eigentliche Kunstereignis. Von weitem sieht man eine einfache, meterhohe Werbetafel, die einen Sonnenuntergang zeigt. Einmal am Tag besteht allerdings die Mglichkeit, dass Abbild und Realitt ineinander bergehen und sich so hneln, dass kein Unterschied zu bemerken ist. Der Betrachter ist eingeladen, sich auf die an der Werbetafel rckseitig befestigte Tribne zu setzen und den Anblick der Landschaft zu genieen. Sunsettin als Ort der Kontemplation.

Toni Schaller lebt und arbeitet in Eining/Neustadt a.d. Donau (*1956 in Eining). Ausstellungsbeteiligungen fhrten ihn ber die Landesgrenzen hinaus bis nach Italien (Arte Sella, 2010) und Sdkorea (Geumgang Nature Art Biennale). Sein shelter 5 wird auf einer grasbewachsenen Freiflche, neben Eichen, Kiefern und Weidengebsch zu bestaunen sein. Der Begriff shelter kommt aus dem Englischen und heit so viel wie Schutz, Unterschlupf, Behausung. Und genau darum geht es auch in Toni Schallers Arbeit. Fr die IntraRegionale hat er einen Ort des Rckzuges, einen Schutzraum geschaffen, der inmitten der Natur Mglichkeiten zur Selbstreflexion und zum Innehalten bietet. Der Ausstellungsort, der dem Schtzenverein Resse e.V. 1902 in der Gemeinde Wedemark gehrt, liegt direkt an der Hannoverschen Moorroute, die zwischen dem Schwarzen Moor und dem Otternhagener Moor hindurchfhrt.

Jan Philip Scheibe lebt seit 2002 als freischaffender Knstler in Hamburg (*1972 in Lemgo). Von 1996 bis 2001 studierte er Kunst und Design mit den Schwerpunkten Lichtkunst und Umweltgestaltung an der Hochschule Aachen. Scheibes Werk umfasst Lichtinstallationen, Lichtperformances und Interventionen, meist im ffentlichen Raum. Neben zahlreichen Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland erhielt er 2006 das Niederschsische Landesstipendium fr bildende Kunst in den Knstlerhusern Worpswede sowie 2012 den 1. Preis fr die Platzgestaltung Nygade in Aabenraa/Dnemark (zusammen mit Stefan Grundner). Fr die IntraRegionale setzt Scheibe mit seiner Arbeit House of Wind dem Sommerwind ein Denkmal. Am Burgwedeler Mhlenbruchdamm/Ecke Storchenwiese flattern meterhohe Vorhnge aus bunten PVC-Streifen im Wind und verwandeln die sonst freie Wiese in ein buntes, sich bewegendes Farbenmeer. Im Spiel mit den Sonnenstrahlen bekommt der undurchsichtige Streifenvorhang dabei eine leichte, fast schon schwebende Anmutung.

Victor Lpez Gonzles versteht sich als Europer. 1969 in Paris geboren, hat er zunchst in Valencia Industriedesign und spter an der Hochschule fr Kunst und Design in Halle studiert. Mittlerweile lebt der Knstler in Leipzig und greift in seinen Installationen, Foto- und Videoprojekten aktuelle politische Diskussionen auf. 2011 erhielt er fr sein knstlerisches Schaffen das Stipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Mit seiner Installation Mare Nostrum im Wietzepark Langenhagen thematisiert Victor Lpez Gonzlez einen fiktiven, gescheiterten Flug einer Militrdrohne des europischen Projekts Mare Nostrum auf dem Zivilflughafen Hannover-Langen-hagen. Bei Mare Nostrum handelte es sich um ein EU-Grenzsicherungsprojekt. Gonzles mchte mit seiner Installation den Betrachter zum Nachdenken anregen ber die komplexen Ereignisse innerhalb der Grenzen Europas, speziell im Mittelmeer, das zu einer Zone voller Konflikte und Spannungen geworden ist.

Erffnet wird die IntraRegionale 2016 mit einer gemeinschaftlich ausgerichteten Vernissage aller zehn beteiligten Kunstvereine am 12. Juni diesen Jahres. An diesem Tag wird es eine ganztgige, spannende Kunst(Bus)tour durch die gesamte Region Hannover mit Besuch aller zehn Ausstellungsorte inklusive Fhrung und Mittagessen geben. Bis September 2016 wird whrend der ber dreimonatigen Landschafts-Kunstausstellung ein buntes Programm mit Fahrradtouren, Kunstpicknicks, Werk- und Knstlergesprchen, Bustouren, Diskussionsforen, Fhrungen und Workshops die Besucher zum Mitmachen und Miterleben einladen.

Finanziell untersttzt wird die IntraRegionale 2016 von der Region Hannover, der Stiftung Kulturregion, der Stiftung Niedersachsen und der Nord/LB Kulturstiftung. Die Veranstalter der IntraRegionale 2016 sind:

(Pressemitteilung Region Hannover, 31.03.2016)

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