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02.02.2008

Wie du und ich? Menschenbilder

Galerie per-seh, Rittergut Großgoltern
Das Menschenbild als Vorstellung vom Wesen eines Menschen. Wir betrachten unser Menschenbild als so selbstverständlich und allgemeingültig, dass wir es selten hinterfragen. Treffen gar zwei unterschiedliche Menschenbilder aufeinander, kommt es schnell zu der Klassifizierung: falsch/richtig. Dabei gibt es kein eindeutiges, absolutes Menschenbild. Die Vorstellungen vom Wesen eines Menschen müssen im Kontext der Kulturen und Zeiten, aber auch der unterschiedlichen Wahrnehmungen des Einzelnen gesehen werden.

Nushin Morid - Sprachlos Lea Oetken
Nushin Morid „Sprachlos” und Lea Oetken

„Wie Du und ich? Menschenbilder“ spielt mit diesen verschiedenen Sichtweisen und den verschiedenen Deutungsmöglichkeiten. Wir müssen Vordergründiges hinterfragen. Was auf den ersten Blick als klar und stimmig erscheint, wird auf den zweiten Blick verschwommen, mystisch, unverständlich. Sind wir kopflose Großfüßler, wie Gregor Oehmann (Backnang) uns zu sehen scheint? Etwas von der Verschiedenartigkeit der Wahrnehmung des Menschenbildes zeigt uns auch Lea Oetken (Zürich) in ihren Doppelbildplastiken. Jede Seite zeigt ein anderes Wesen, und doch gehören beide zusammen und bilden in der Durchsicht ein neues Wesen. Bei Trudy Ouboter (Uetikon) lösen sich die Menschen förmlich auf, verstärken sich aber geradezu in dieser Auflösung. Die Narben der Leinwände von Simona Deflorin (Basel) beinhalten die Verletzlichkeit der gezeigten Menschenbilder. Wirklich? Oder macht erst die verletzte Leinwand das Menschenbild verletzlich? Nushin Morid (Hamburg) sucht nach dem Dahinter – das Bildnis vom Menschen tritt für die Visualisierung eines Gefühls, eines Seelenzustandes in den Hintergrund. Aber ohne dieses Innenleben wäre der Mensch nur eine Hülle. Die stolzen Frauen aus Afrika, die uns Susanne Riemann (Hannover) näher bringt, geben erst bei näherem Betrachten ihren inneren Zustand preis. Dafür aber umso eindringlicher. Der globalisierte Mensch nimmt bei Erika John (Schnega) Konturen an, aber keine Individualität. Übergroß kommen die Schnappschüsse von Laila Seidel (Bremen) daher. Alltagssituationen? Banalitäten?
Sabrina Buchholz

Simona Deflorin - WieWoWas
Simona Deflorin „WieWoWas”

Eröffnung am Donnerstag, 7. Februar 2008, 18 Uhr, mit Professor Pröpstel
Dauer der Ausstellung: 7. Februar – 6. April 2008
Öffnungszeiten:
Donnerstag und Freitag 16 – 20 Uhr
Sonnabend und Sonntag 11 – 17 Uhr

Galerie per-seh, Frank Buchholz
Rittergut Großgoltern, Gutsstraße 8, 30890 Barsinghausen
Fon +49 (0) 51 05 – 584 50 40, galerie@per-seh.de

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